
Quelle: Uckermarkkurier 19.01.09
Die von einigen Stadtverordneten geforderte zentrale Anlaufstelle für Investoren in der Stadtverwaltung hätte schon mindestens 10 Jahre früher eingerichtet werden müssen. Vor allem dann, wenn man sich als Stadt ernsthaft um die Ansiedlung von neuen Unternehmen bemühen würde. Daß sich in Templin andere Wirtschaftzweige als der Tourismus etablieren müssen um den Wohlstand zu sichern, ist unausweichlich. Nach eigenen Angaben der Tourismus Marketing Uckermark GmbH beträgt der Anteil des Tourismus in der Uckermark am Volkseinkommen lediglich 5, 5%. Das macht nur einen sehr geringen Teil des Einkommens aus. Besonders wenn man bedenkt, wie viel Hoffnung wir als Templiner in diesen Bereich setzen. Der Blick in andere Städte der Uckermark wie z.B. Prenzlau und Schwedt zeigt, dass sich die langjährigen Bemühungen im Bereich der Wirtschaftsförderung langsam aber sicher auszahlen. In beiden Städten gibt es etablierte Unternehmen, die zur europäischen Spitze in ihrer Sparte gehören, z.B. die aleo solar AG in Prenzlau. Schlecht beraten wären wir als Stadt allerdings, Entwicklungen die in Prenzlau oder Schwedt gelaufen sind nachzuahmen. Niemand mag sich in Templin z.B. eine Raffenerie vorstellen. Aber es gibt andere Entwicklungsmöglichkeiten z.B. die Etablierung als Bildungsstandort, die Ansiedelung von mittelständischen Unternehmen mit Nischenprodukten oder die Weiterverarbeitung der hier vorhandenen Rohstoffe in der Holz- und Nahrungsmittelbranche. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt sollte nicht vom Zufall abhängen. Im Gegenteil, es sollte nicht nur darum gehen potentielle Investoren zu unterstützen, sondern auch gezielt zu steuern, um möglicherweise Vorhaben wie eine Raffenerie o.ä. zu verhindern. Anknüpfungspunkte gäbe es für die Stadt. In das erfolgreiche Technologie- und Gründerzentrum in Schwedt ist der Landkreis Uckermark als Teilhaber eingestiegen. Die Aktivitäten sollen auf den gesamten Landkreis ausgeweitet werden. Für unsere Stadt eine Chance aktiv zu werden. Wirtschaftsförderung bedeutet zunächst den zusätzlichen Einsatz von Ressourcen, besonders, wenn sie effektiv ist. Es sprechen aber starke Argumente dafür – mehr Menschen in Lohn und Brot mit all den positiven Nebenwirkungen.
Und der Bürgermeister Schöneich sagt: ” Wir sind noch nicht reif dafür”
Wir fragen uns welcher Reifegrad erreicht werden soll?


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