Fünf Jahre hat der Lebensgarten Templin e.V. nach einem geeigneten Objekt für sein Wohnprojekt gesucht und glaubte es schließlich gefunden zu haben. Aus der Gewerberuine in der Dagersdorfer Straße sollte eine moderne und innovative Wohnanlage entstehen, zu der auch Schule, Kita, ruhige Werkstätten, Gärten und Kultureinrichtungen gehören sollten. Für den Verein sind vor allem der Ansatz der Ganzheitlichkeit und das Miteinander der Generationen wichtig. 2008 erhielt die Projektkonzeption sogar den mit den 10 000 Euro dotierten Preis “Soziale Innovationen” der Schweisfurth-Stiftung.
Mit der Sitzung der Templiner Stadtverordneten Sitzung von letzter Woche, wurde dem Projekt ein jähes Ende gesetzt. Dabei sollte es doch jetzt erst richtig losgehen. Für den Baubeginn sollte über die Änderung des Bebauungsplan abgestimmt werden. Dem Antrag wurde letztlich nicht zugestimmt. Die betroffenen Anwohner und Hausbesitzer meldeten Bedenken gegenüber dem geplanten Vorhaben an. Denen folgten die Stadtverordneten schließlich mit knapper Mehrheit.
Es ist kaum zu glauben, wie das Projekt Lebensgarten so abprupt ins Abseits geraten ist. Zumal der Verein starke Partner im Boot hat, die WOBA Templin, die Naturschule Templin und der integrierte Waldkindergarten sind Projektpartner. Auch das Finanzkonzept war solide. Allerdings stehen die eingeplanten Mittel aus dem Konjunkturpaket II nur noch für dieses Jahr zur Verfügung. Von vielen Seiten konnte man hören, dass es sich um ein zukunftsweisendes innovatives Projekt handelt, dass der Stadt Templins sehr zu Gute kommen würde.
Der Lebensgarten hätte Templin völlig neue und dringend notwendige Perspektiven, für die Ausgestaltung der Stadtentwicklung bieten können. Das Miteinander von alt und jung, die Verbindung von arbeiten und wohnen sowie der ganzheitliche Lebensansatz wären eine Antwort auf die zunehmende soziale Desintegration. Nicht zuletzt hätte die Stadt damit auch an Attraktivität für Nicht-Templiner, insbesondere für junge Familien gewinnen können. Verständlich ist das Anliegen der Anwohner in der Dagersdorfer Straße, die Verlässligkeit für einmal gemachte Zusagen erwarten. Allerdings hätte man von der Stadtverordnung erwarten können, dass man die Chancen eines solchen Projekts erkennt und gemeinsam versucht nach Alternativen für die Umsetzung zu suchen.
Nur einige hundert Meter weiter um das Areal der Naturtherme, wird für die geplanten Bauvorhaben ebenfalls eine Veränderung des Bebauungsplan notwendig sein. Man darf gespannt sein, wie die Stadtverordneten sich dazu positionieren werden.


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