Ende vergangener Woche wurde von Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) die derzeit weltgößte Solaranlage auf dem Blechdach der seit der Wende leerstehenden Schweinemastanlagen in Haßleben eingeweiht. 64 000 Dünnschichtmodule von der Firma First Solar in Frankfurt (Oder) wurden bislang auf einer elf Fußballfelder großen Fläche montiert. Fast noch einmal ein ebenso großes Areal soll in den nächsten vier Jahren in vier weiteren Bauabschnitten von der Firma Colexon Energy aus Hamburg belegt werden. Die seit Ende 2008 ans Netz angeschlossene 4,6 Megawatt-Peak-Anlage bringt einen Erlös von etwa 1,9 Millionen Euro im Jahr.
Der niederländische Investor van Gennip hat für die Sonnenenergie-Nutzung 17 Millionen Euro investiert, vier weitere Millionen folgen in diesem Jahr.
Quelle: MOZ vom 19.07.2009



Passend dazu war auch gestern bei SpiegelONLINE ein Beitrag, daß sich Photovoltaik-Anlagen zur Zeit auch besonders für Privatleute lohnen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,637358,00.html
Durch die hohe staatliche Förderung und die gesunkenen Kosten für Solarmodule kommt man wohl z.Z. schon auf eine Rendite von ca. 7%. Ausserdem sind ja im Moment die Kosten für Kredite sehr niedrig (teilweise liegen die Banken noch unten den KfW-Zinsen) so daß sich eine Anschaffung jetzt lohnen kann. Preislich geht es wohl bei ca. 15.000 EUR los.
Super! Ich bin beeindruckt! Die Uckermark entpuppt sich immer mehr als Vorzeigeregion in Sachen Öko-Stromproduktion. Ein persönlicher Traum wird wahr. Damit einhergehend müssten jetzt nur noch ordentlich Arbeitsplätze geschaffen werden. Dass ausgerechnet die umstrittende Mastanlage in Haßleben derartige, positive Schlagzeilen macht, wundert mich. Statt massenhaft Fleisch wird dann eben massenhaft Strom produziert. Hoffentlich bleibt es dabei.
@Falko: Wenn ich heute ein Haus bauen würde, dann wäre auf jeden Fall die eigene Stromerzeugung mit Solarmodulen eingeplant. In einer der letzten Ausgaben von Technology Review gab es ein paar Artikel darüber. Wichtig beim Hausbau ist auch eine hohe Energieeffizzienz durch Verwendung richtiger Materialien (z.B. Holz) und Dämmung. Übrigens die Einspeisung von gewonnenem und gefiltertem Regenwasser in den eigenen Haushalt (z.B. für Toilettenspülung usw.) stünde auch auf dem Plan. Aber noch baue ich ja kein Haus.
Ich finde auch, dass das mit der Schweinemastanlage eine tolle Zwischenlösung ist. Ich glaube aber die Mastanlage werden wir leider trotzdem bekommen. In Haßleben selbst gibt es ja auch eine starke Bewegung dafür.
Spannend finde ich in diesem Zusammenhang die Bürgersolaranalgen. Nicht nur dass man damit als Privatperson die erneuerbaren Energien fördert, wegen der gesetzlich festgelegten Abnahmepreise auf 20 Jahre, ist auch noch die Rendite sicher.
@Renè: Laut der MOZ vom 19.07.2009 entsteht mit der Solaranlage ein Arbeitsplatz in der Region, hingegen für die Schweinmastanlage 16 weitere Arbeitsplätze geplant sind.
@arlette: Es sollen 60 neue Arbeitsplätze entstehen mit der Schweinmast, ob das die Rettung von Haßleben ist, ist natürlich auch fraglich.
60 Arbeitsplätze bei 750 Einwohnern in Hassleben sind immerhin 8 Prozent. Wenn man so milchmädchenhaft rechnet.
Bei der ganzen Gemeinde wärens dann immerhin 1,5 Prozent.
Sicher, nicht der ganz große Wurf, aber immerhin.
Bei der hohen Arbeitslosigkeit kann man die “Pro Schwein”-Kampagne da schon verstehen.
Wenn die Schweinemast kommt, dann bitte ökologisch bzw. biologisch ausgerichtet. Damit könnte sich eine solche Mastanlage landes- und eventuell auch bundesweit abheben und würde besser in das Bild der Region passen. Alles andere wäre ein Rückschritt. Und es würde sich auch mit dem Geschäftsmodell der Solaranlage widersprechen.
Meiner Meinung nach sind Arbeitsplätze in der Bio-Landwirtschaft langfristig sicherer, da man qualitativ hochwertiges Fleisch produziert. Bio-Produkte liegen voll im Trend und dieser Trend hat gerade erst begonnen. Steigende Besucher- und Ausstellerzahlen auf der Biofach beweisen dies jährlich.
Ich seh das so; die Solaranlage auf dem Dach, erspart den Reactor um die Ecke. Nein im Ernst, die Motivation zu solch einer Anlage ist meiner Meinung nach nicht richtig. Ich bekomme für 20 Jahre Subventionen auf die Abgabe vom Strom. Wie nachhaltig ist das denn? Ist es nicht besser den Leuten zu vermitteln dass sie damit aktiv Resourcen schonen, ein Stück weit unabhängig sind (werden). Dafür darf es dann auch wieder der Cayenne sein.
Ein Freund von mir bei der KfW meinte im Übrigen, dass nicht mal 10% des den Banken eingeräumten Kreditvolumens durch selbige vergeben wurde.
Es ist nichts besonderes energiesparend zu bauen, man muß es nur können und wollen…und Bio ist schon lange kein Trend mehr sondern mainstream.
Wie viele Sonnentage im Jahr gibts in der Uckermark?
Meine Hoffnung: http://www.heise.de/newsticker/Kostenguenstiges-Fusionskraftwerk-geplant–/meldung/142944
@Thomas, prinzipiell gebe ich dir Recht, das beste Mittel um Ressourcen zu schonen ist der Verbrauch von weniger Energie. Aber Regenerative Energiarten finde ich immer noch besser als die herkömmlichen Verfahren zur Energiegewinnung. Denn leider ersetzt diese Solaranlage den Reaktor um die Ecke eben nicht. Polen plant den Bau eines neuen Atomkraftwerkes 30 km hinter Schwedt. Da ist für mich die zweifelhafte Motivationslage für den Bau der Solaranlage erstmal zweitrangig.
Danke Ariane, mit dem AKW hinter Schwedt ist mir neu. Aber noch ein Grund mehr dafür zu plädieren; alterative Energien sinnvoll einzusetzen, denn nur so kann der magereWirkungsgrad optimal genutzt werden. Das funzt in unseren Breiten aber nicht. Das Afrika Solar Projekt find ich gut, kann man wunderschön Wasserstoff herstellen.
Die Frage ist warum baut man AKWs oder generell Kraftwerke? Der Weltweite Anteil der AKW’s an der Energieversorgung liegt noch im einstelligen Prozentbereich. Maßgeblich sind noch immer Kohle, Öl und Gas. Der Gund für all das ist der Energiebedarf jedes einzelnen. Wie viele Geräte aus der Informationsund Unterhaltungsbranche laufen den zu Hause. Und der große Punkt ist eben auch deren Herstellung, Vermarktung usw. Das Fass hat keinen Boden. Aber unsere tolle Bundesregierung will ja 1Mio. E-Autos. Für die wiederum importieren wir lustig Strom aus zweifeihafter Herkunft, aber unsere Bilanz stimmt. Was sagt eigentlich der hochgelobte, sich selbst regulierende Markt dazu. Ein Tip von mir (wiedergegeben und angewandt…nicht immer): Alles innerhalb 1km kann man laufen, bis 5km mit dem Fahrrad und darüber mit dem Auto. Ich bin ja auch der Meinung die Geräte in den Fitness Studios sollten zur Energiegewinnung bzw. Umwandung genutzt werden. Der Nutzen wäre riesig, er wird fit, kann seinen Beitrag rausfahren, erzeugt statt verbraucht Energie, hat Kontakt mit echten Menschen, die Lebensqulität steigt usw.