Teure Scholle in der Uckermark
13. Aug, 2009 von Arlette
Landwirtschaft hat goldenen Boden. So ließe sich das alte Sprichwort umwandeln angesichts der stetig steigenden Preise für Ackerland in der Uckermark. Die Preise sind 2008 um rund 30 Prozent gestiegen.
5000 Euro kostet derzeit ein Hektar Ackerland (10 000 Quadratmeter) durchschnittlich in der Uckermark. Die Scholle des Bauern ist wieder etwas wert. Allerdings haben vor allem die Privatisierungsangebote der BVVG die Ackerpreise in die Höhe schnellen lassen. Den Landwirt, der oftmals nur Flächen zur Pacht bewirtschaftet, freut diese Wertsteigerung auf dem Papier nur wenig, denn für den Landkauf fehlt oft das Kapital. Durchschnittlich um 25 Cent je Quadratmeter sind die Bodenpreise für Ackerland innerhalb eines Jahres angestiegen, je nach Lage und Bodenrichtwert. Besonders teuer ist Ackerland rund um Gramzow und Zichow, Prenzlau sowie in der Nordwestuckermark. Bis zu 1,20 Euro pro Quadratmeter bei fruchtbaren Böden kostet der Quadratmeter, der Durchschnittswert liegt bei 71 Cent und damit 25 Cent höher als im Vorjahr. Auf Hektar umgerechnet, liegen die Spitzenwerte somit bei 12 000 Euro, der Durchschnitt bei 71 000 Euro.
Zwischen Angermünde und Schwedt, Gartz und Passow stieg der Bodenpreis auf durchschnittlich 54 Cent je Quadratmeter. Das sind 5400 Euro je Hektar.
Am preiswertesten ist Acker derzeit im Raum Gerswalde, Templin und Lychen mit durchschnittlich 50 Cent je Quadratmeter. Doch auch haben die Preise innerhalb eines Jahres um 20 Cent je Quadratmeter angezogen.
Trotz der Preisexplosion verzeichnet der Grundstücksmarktbericht des Landkreises für 2008 auch steigende Verkaufsfälle. Insgesamt 963 Kaufverträge für Land- und forstwirtschaftliche Flächen wurden im Landkreis abgeschlossen, davon 308 für Ackerland. 4783 Hektar Ackerland wurden 2008 verkauft, vornehmlich durch die BVVG, die die ehemals volkseigenen Landwirtschaftsflächen mit Vehemenz privatisieren will. Der Geldumsatz stieg um 39 Prozent auf 37 Millionen Euro, davon 25 Millionen für Ackerland. Gefragt waren im vergangenen Jahr auch Grünlandflächen, deren Preis allerdings nicht so heftig nach oben schnellte, wie für Ackerflächen. Im Durchschnitt kostet der Hektar 2400 Euro und ist rund um Schwedt und im Welsebruch mit durchschnittlich 3400 Euro je Hektar am teuersten. Die Nachfrage nach Grünlandflächen ist auch durch den Bauboom von Biogasanlagen deutlich gestiegen. Insgesamt lagen im Vorjahr sechs Kaufverträge vor, bei denen Flächen für Biogasanlagen angekauft wurden. Größter Flächenerwerb für Biogasanlagen: 92 000 Quadratmeter. Die Preise schwanken dabei zwischen knapp drei Euro und 13 Euro je Quadratmeter Fläche.
Quelle: MOZ 13.08.2009



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