
Meine ersten Erinnerungen an Ehm Welk verschwinden im Kindheitsnebel. Ich glaube meine Eltern hatten seine Bücher, “Die Heiden von Kummerow” und “Die Gerechten von Kummerow” im Bücherregel zu stehen. Irgendwo zwischen “Egon und das achte Weltwunder”, “Die Aula” und “Die Abenteuer des Werner Holt”. Erst seit dem ich mich intensiver mit meiner Heimatregion beschäftige, ist mir Ehm Welk wieder begegnet z.B. als Ehm Welk Buchhandlung und Schule in Angermünde und nun in Form des Literaturpreises der durch den Landrat der Uckermark vergeben wird.
In der DDR blieben vor allem Die Heiden von Kummerow und Die Gerechten von Kummerow von Welk bis zuletzt populär; sie galten dort als deutsches Gegenstück zu Giovannino Guareschis Erzählungen über Don Camillo und Peppone. Der Film Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche war 1967 eine der wenigen Gemeinschaftsproduktionen von DDR und BRD. Die DEFA verfilmte den Stoff 1982 sogar noch einmal.
Ehm Welk, eigentlich: Emil Welk wurde am 29. August 1884 in Biesenbrow, heute Ortsteil von Angermünde geboren. Er starb am 9. Dezember 1966 in Bad Doberan. Welk war Journalist, Schriftsteller, Volkshochschulgründer und Professor.
Hier nun die offizielle Ausschreibung mit dem Aufruf zur Beteiligung.
EHM WELK-LITERATURPREIS 2010 DURCH DEN LANDRAT AUSGESCHRIEBENE
Der Landrat des Landkreises Uckermark schreibt in jedem zweiten Jahr den Ehm Welk-Literaturpreis aus. Der erstmals 1992 durch den Landrat des Altkreises Angermünde vergebene Preis wurde zu einer Tradition im kulturellen Leben der Uckermark.
Der Preis wird an Autoren des Landes Brandenburg vergeben, deren eingereichte Werke dem Heimatbegriff im Sinne Ehm Welks entsprechen. Der Schriftsteller Ehm Welk verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Uckermark. Besonders durch seine Kummerow-Romane, in denen er sein humanistisches Anliegen zum Ausdruck brachte, wurde Ehm Welk bekannt.
Der Ehm Welk-Literaturpreis der Uckermark wird jetzt zum 10. Mal ausgeschrieben.
Einsendeschluss für eingereichte Arbeiten, die einen Gesamtumfang von 20 Seiten nicht überschreiten dürfen, ist der 31. Mai 2010. Teilnahmeberechtigt sind Autoren, die ihren Wohnsitz im Land Brandenburg haben.
Die Arbeiten sind in fünffacher Ausfertigung anonym und unter Angabe eines Kennwortes einzusenden an:
Uckermärkische Literaturgesellschaft e.V.
Sitz: Ehm Welk-Literaturmuseum
Puschkinallee 10
16278 Angermünde
Dem Manuskript soll ein geschlossener Umschlag beiliegen, in dem sich die Anschrift des Bewerbers befindet. Auch dieser Umschlag ist mit einem Kennwort der Einsendung zu bezeichnen.
Der Ehm Welk-Literaturpreis ist mit 2.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgt am 5. September 2010.
Preisträger der Wettbewerbe von 1992 bis 2008:
1992: Ingrid Protze (Ferch) – “Gedichte” und Walter Flegel (Potsdam) – “Das Schafmädchen”
1994: Matthias Körner (Auras) – “Landleben”
1996: Henry Martin Klemt (Frankfurt/Oder) – “Brille ab zum Gebet”
1998: Maria Seidemann (Potsdam) – “Hütte und Stern” Bukolische Texte
2000: Ehm Welk-Literaturpreis: Hans-Joachim Nauschütz (Frankfurt/Oder) – “Fortgehen”
Sonderpreis für eine niederdeutsche Arbeit: Dr. Horst Pohl – “Kinnerfest”
2002: Jenny Reinhardt (Erkner) – “Krokodilmann”
2004: Horst Wolf (Angermünde) – „Die Okarina“
2006: René Schmidt (Brodowin) – Gedichtzyklus “Ahornsommer”
und Stefan Eikermann (Grimme) – Erzählung “märkischer Sand”
2008: Marion Boginski (Eberswalde) „Auszug aus dem Roman „Krieger zu Fuß”



Schade das ich so unbegabt bin in dieser Richtung
. Aber gut zu wissen, daß es neben Erna Taege-Röhnisch noch andere Autoren in der Region gab.
Ich erinnere mich, das das Buch ‘Die Heiden von Kummerow’ bei Euch im letzten Jahr unter dem Weihnachtsbaum lag! Also mal im Bücheregal nachstöbern und lesen…
Ja, liegt bei mir in GV auf dem Nachtschrank!
Warum “gab”? Es gibt doch auch aktuell bemerkenswerte Autoren in der Uckermark, sogar von bedeutendem nationalem Ruf, allen voran Botho Strauss. Ich verweise als Beispiel auf seine “uckermärkischen Notizbücher” (Die Zeit) “Die Fehler des Kopisten” (1997) oder “Das Partikular” (2000). Kritik einer abschüssigen Gegenwart aus der Perspektive des Urstromtals. Literatur, wie sie nur die Uckermark hervorzubringen vermag. Ich jedenfalls bin ein großer Verehrer.
In der Tat ist Botho Strauß in diesem Zusammenhang zu nennen. So weit ich weiß, hat er die Uckermark aber schon seit einigen Jahren wieder verlassen. Ich wollte immer mal rausbekommen, wo genau er in der Uckermark sich niedergelassen hatte. Also wer mehr dazu weiß, bitte melden!
auftrag ausgeführt:
preis in die uckermark geholt!
beste grüße
rochus stordeur, brüssow/uckermark
@Rochus Stordeur: Herzlichen Glükwunsch. Ich habe den Beitrag gelesen, Klasse Literatur aus der Uckermark über die Uckermark. Sehr sehr schön. Der Beitrag kann übrigens hier gelesen werden:
http://www.rochusstordeur.de/downloads/