Was wird aus Schwedt?
26. Apr, 2010 von Ariane
Die Zahlen sprechen für sich. Schwedt hatte 1950 nicht einmal 7000 Einwohner. Bis Anfang der achtziger wuchs die Einwohnerzahl rasant schnell, 1984 waren es fast 54 000 Einwohner. Aktuell sind es um die 34 000 Einwohner. Um dem Leerstand zu begegnen betreibt die Stadt seit Mitte der neunziger Jahre aktiven Statdumbau. Das heißt konkret, Rückbau von Wohnungen und Infrastruktur.
In den Prognosen des Masterplans der Stadt 2025+ wird die Bevölkerungszahl zwischen 2025 und 2030 unter die 20 000 Marke sinken. Damit hätte Schwedt mehr als die Hälfte der Einwohner verloren.
Der Stadtumbau, vor allem am Waldrand dem Leerstand zu begegnen, soll weitergehen, empfiehlt der Plan 2025+. Danach sollen auch Quartiere im Stadtteil Neue Zeit, Talsand und Zentrum ausgedünnt werden.
“Es gibt nicht wenige Schwedter, die schon zweimal vor dem Abriss geflohen sind. Wer dachte, das ist vorbei, könnte sich täuschen. Denn neue Pläne der Stadt zur Fortführung des Stadtumbaus weisen Quartiere oder Gebiete für den Abriss von Wohnungen aus, die bisher als davor sicher galten: Talsand, Neue Zeit, Zentrum.”
Zu hoffen bleibt, dass die Szenarien nicht eintreten und die Stadt nicht in dem Maße schrumpfen wird. Erste Lichblicke tun sich auf, vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Schwedt hat sich als Wirtschaftsstandort entwickelt und hat Potential zu mehr. Damit verbessern sich die Perspektiven für junge Leute in der Region was sich positiv auf die Abwanderung bzw. Rückwanderung auswirkt
Quelle: moz.de
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Ein zügiger Rückbau ist dahingehend wichtig, dass im Falle eines zukünftigen Wachstums sich privatwirtschaftliche Investoren eher auf Neubau als auf Umbau bzw. Restaurierung einlassen. Schwedt hat wirtschaftlich Zukunft und muss gerade deswegen enger zusammenrücken. Diese Stadt ist die Perlentaucherin der Uckermark. Sie hat das größte Lungenvolumen im Umkreis, muss aber hinnehmen das die Lunge bei der Suche nach neuen wirtschaftlichen Perlen auf Tennisballgröße zusammengeschrumpft wird. Einwohner, Wirtschaft und Politik müssen zusammenhalten und den besten Weg für die Zukunft gemeinsam erarbeiten. Gut Luft!
Die Fakten sind wieder einmal von den Zeitungsmachern verfälscht worden. Nach meinen privaten Informationen geht es nicht um die gesamte Einwohnerzahl Schwedts, sondern um den Bereich der Kernstadt. Die Gesamtzahl wird sich wohl eher zwischen 25 – und 28000 Einwohner zum genannten Zeitpunkt einpegeln, was im Endeffekt auch kaum besser ist. Soviel mal zum Intellekt der hiesigen Presse.
Allerdings wird auf dieses Problem (auch anderer Städte) seitens der Stadtverwaltungen und auch der Kreisverwaltung falsch b.z.w. gar nicht reagiert. Mit Abriß reagiert man nur auf gewisse Vorgänge, agiert aber kaum dagegen, weil man keine Visionen für die Städte entwickelt oder diese an Kosten scheitern läßt. Einfacher gesagt, es werden keine Positionen b.z.w. Ausrichtungen der Städte (einzig bei Templin als Kurstadt) vorgenommen und so versickern alle guten Ansätze im Sand. Am Ende stoppt man den Fortzug von Uckermärkern auf diese Art nicht.
Hinsichtlich der Zahlen habe ich nochmal in der offiziellen Prognose des Amtes für Statistik Berlin Brandenbug nachgeschaut. Die geben eine Einwohnerzahl für die Stadt Schwedt (inklusive eingemeindete Gebiete) von etwas mehr als 25 000 im Jahr 2030 aus. Das deckt sich mit den Infos von Schwedtprotal. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/publikationen/Stat_Berichte/2008/Prognose2008_monitor.pdf
Ich teile die Meinung, dass das Problem damit nicht besser wird. Bevölkerungsentwicklung muss endlich kommunales Handlungsfeld werden, in dem es um mehr geht als den Abriss von leerstehenden Wohnungen.
Als Templinerin muss ich allerdings sagen, dass die Ausrichtung der Stadt als Kurstadt, mittlerweile soetwas wie eine Monokultur geworden ist. Mit dieser Monokultur haben wir mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie die Bananenrepubliken. Templin ist mittlerweile vom Tourismus abhängig und selbst wenn es gut läuft, reicht es nicht aus. Lediglich 3,5 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Tourismusbranche tätig. Man fragt sich was die anderen machen und warum man darüber nichts hört.
Sich auf eine wirtschaftliche Monokultur einzulassen ist immer falsch (bsp. Dassow vs. Nokia und im großen natürlich die Bananenrepubliken). Ich als Prenzlau lebe auch in einer profillosen Stadt, und das ist gut so. Wenn wir zum Beispiel Freyburg (Unstrut) als nördlichste Weinstadt Europas ablösen würden (http://www.nordkurier.de/lokal.php?objekt=nk.lokales.templin&id=659381) und damit keinerlei Gewinn machen würden; Was würde es bringen?!
Das Profil einer Stadt sollte Mitnichten in einer Monolultur enden. Genau darin liegt die Schwierigkeit.
Was für ein riesiger Dünnschiss sind denn diese Prognosen immer!? Es gibt keine Möglichkeit bis zum Jahre 2030 auch nur annähernd irgendwelche halbwegs realistischen Zahlen zu bekommen. Sogenannte Spezialisten sind einfach nur Scharlatane. Was passiert, wenn das PCK geschlossen wird oder die Papierbude dicht macht? Was wenn der Hafen vielleicht doch einmal was einbringt und die Wirtschaft los boomt? (HaHa) Absoluter Quatsch sich auf solche Zahlen zu beziehen! Zum sogenannten Rückbau kann ich nur sagen , dass es keine Ausdünnung ist, sondern komplette Stadtteile dem Untergang geweiht werden – in der Stadt wird aber gebaut wie blöde. Ganze Straßen mit Erstbezug 1989 werden dem Erdboden gleich gemacht – Wohnungen, die knapp 20 Jahre alt sind. Naja wer weiß wer da wieder ordentlich mitverdient.
@Meiffe: Man kann natürlich nicht wissen, wieviel Menschen genau in der Region in zwanzig Jahre leben werden. Dafür sind das ja auch nur Prognosen. Aber sie geben einen Trend wieder und ein Szenario, das mit hoher Wahrscheinlichkeit eintritt (falls nicht noch mal sowas passiert wie die Wende oder ein extrem verändertes Zuwanderungsgesetz oder ähnliches.) Allein das ist eine überaus wertvolle Information. Wenn man sich die Entwicklung der Uckermark der letzten zwanzig Jahre anschaut, wäre man gut beraten gewesen, sich bei Zeiten die Bevölkerungsprognosen anzuschauen. Meine These ist, Abwanderung bzw. Bevölkerungsrückgang und die Strukturschwäche haben sich in der Uckermark zu einer Art Abwärtsspirale entwickelt. Die muss man nun mal endlich durchbrechen.
Die bisherigen Prognosen sind aus meiner Sicht nur deshalb eingetroffen, weil die Verwaltungen ebend nicht agiert haben. Ich kenne so viele Leute, die fortgezogen sind, da hatten beide Arbeit und sahen trotzdem keine Perspektive für sich und ihre Kinder. Genau diese gilt es zu schaffen, damit wieder eine positive Grundstimmung entstehen kann.
Das gilt für die gesamte Uckermark. Daß man keine Visionen für den Kreis hat zeigt sich allein, daß man auf Tourismus setzt und gleichzeitig die Landschaft mit Windmühlen verspargelt. Das beißt sich einfach. Und so sieht es in vielen Bereichen aus. Es wird nicht “geklotzt”, es wird gekleckert.
Dazu passt das die “Planer” irgendwie Kleingeistig sind und man doch immer irgendwie das Gefühl hat das diese Ich Mentalität sehr stark ausgeprägt ist. Dazu zählen aber sicherlich die Schwedter auch selber *kleinerSeitenhiebdorthin*….
Perle der Uckermark *hmmm* Aber egal ich selber bin in diese Gegend gezogen und muss sagen das man es auch anders machen kann…siehe meine Heimat Mecklenburg…
Nur allein auf den Tourismus zu setzen war und ist falsch… Aber von der Infrastruktur her könnte die Uckermark und auch Schwedt mehr tun…denn es gibt hier ja eigentlich eine recht gute Infrastruktur und auch Arbeitgeber…. Aber es kann natürlich auch an der Randlage der Region liegen… Schaut man sich mal die Regionen (Zonenrandgebiet) an der Innerdeutschen Grenze an so hatten gerade diese Bereiche bis zur Wende auch erhebliche Probleme…. Das hat sich erst mit den Jahren nach der Wende geändert… Egal auf welcher Seite der ehemaligen Grenze.
[...] wir in einem der letzten Beiträge die Frage aufgeworfen haben “Was wird aus Schwedt”, an der Stelle ein Blick in die Vergangenheit. Auf youtube konnte ich Originalaufnahmen vom [...]