Landratswahl in der Uckermark wir erinnern uns:
- Stand Frühjahr 2009, der Landrat wird noch 2009 durch den Kreistag gewählt.
- Sommer 2009 der Kreistag entscheidet, der Landrat wird direkt durch die Uckermärker gewählt, dann aber erst 2010.
- Im Gewimmel der Bundestagswahl, fällt der Kreistag im Herbst 2009 den Beschluß, den Landrat doch wieder selbst zu wählen – der aussichtsreichste Kandidat einer Direktwahl, Klemens Schmitz, gefällt dem Kreistag nicht. Ausserdem wäre die Chance für die FDP vergeben einen Dezernentenposten besetzen zu können.
- Der Kreistag schreibt die Stelle des Landrates aus, hat sich aber im Vorfeld mit den Stimmen der CDU, FDP und SPD auf den Kandidaten der SPD Frank Bretsch geeinigt.
- Die Bürgerinitiative “Ich wähle meinen Landrat selbst” sammelt die notwendingen Unterschriften um ein Bürgerbegehren zur Direktwahl des Landrates durchzusetzen.
- Der Kreistag erkennt die Initiative zur Direktwahl an.
- Januar 2010 kommt es zur Direktwahl. Im ersten Wahldurchgang können Klemens Schmitz und Roland Resch (beide parteilos) die meisten Stimmen auf sich vereinigen.
- In der Stichwahl verfehlt Klemens Schmitz das notwendige Quorum von 15 Prozent aller Wahlberechtigten Uckermärker um ca. 400 Stimmen.
- Die Wahl geht damit zurück an den Kreistag.
- Der Landratsposten wird durch den Kreistag wieder neu ausgeschrieben. Klemens Schmitz und Roland Resch bewerben sich auf den Posten. Die beiden im ersten Wahldurchgang unterlegenen Kandidaten Karina Dörk (CDU) und Frank Bretsch (SPD) stehen nicht mehr zur Verfügung
Und es geht weiter. Am 03.Mai hatten die Fraktionen des Kreistages die Möglichkeit aus den 21 zugelassenen Bewerbern ihren Kandidaten vorzuschlagen. Die SPD bekennt sich erwartungsgemäß zu Dietmar Schulze. Schulze ist ehemaliger Leiter des Landwirtschaftsamtes der Kreisverwaltung und ehemaliger Staatssekretär des brandenburger Landwirtschaftsministeriums. Der Criewner kann auf einen gewissen Bekanntheitsgrad verweisen und gilt als gut vernetzt. Es ist schwer zu sagen, was den Landkreis mit Schulze an der Spitze erwartet. Eine Aussage von ihm im Vorfeld der Wahl, könnte jedoch ein Richtungsanzeiger sein, er hat “auch keine neuen Rezepte”.
Als zweiter Wahlvorschlag wurde Roland Resch nominiert. Er wurde von den Linken, der Fraktion Rettet die Uckermark und Gernot Schwill vorgeschlagen. Auch Resch verfügt über die notwendigen Qualifikationen für das Amt. Als Vorsitzende des Kreistages und Leiter des Naturparkes Untere Seen und ehemaliger Bildungsministers Brandenburgs ist auch er bekannt und verfügt über die zahlreiche Kontakte.
Klemens Schmitz, der in beiden Wahlgängen der Direktwahl die meisten Stimmen bekam, wurde von keiner Fraktion nominiert.
Wie die Wahl ausgeht, hängt nun von den Stimmen der FDP und der CDU ab, die bis dahin keinen eigenen Kandidaten vorgeschlagen haben. Ausschlaggebend wird hier sicherlich das politische Kalkül sein und die getroffenen Absprachen darüber wie die Einflussmöglichkeiten der Parteien nach der Wahl in die Kreisverwaltung gesichert werden können. So ist anzunehmen, dass Dietmar Schulze das Rennen macht. Spannend bleibt es trotzdem, denn die Wahl ist geheim und es besteht kein Fraktionszwang. Denkbar wäre auch hier ein Ausgang wie im Barnim; bei gleicher Stimmerverteilung entscheidet das Los.



Hier die fehlenden Links auf die Websites von Karina Dörk, Frank Bretsch und Dietmar Schulze.
Leider hat noch niemand die beiden verbliebenen Kandidaten gefragt, wie lange sie brauchen werden, um den bitteren Webauftritt des Landkreises Uckermark vom Netz zu nehmen.
Das ganze Ding wird immer “Lustiger”…. Irgendwie zeigt sich hier die Uckermark..egal ob Politiker oder Bewohner von einer extrem naiven Seite… Es wird langsam Zeit das das Ganze zu Ende geführt wird…!
Übrigens gewählt wird am 19. Mai. Ich hoffe auch, dass die ganze ein gutes Ende nimmt. Die Internetseiten des Landkreises finde ich auch furchtbar. Dabei gab es voriges Jahr erst eine Erneuerung, zu der wir uns damals auch geäußert haben. Hier noch mal der Artikel:
http://www.zuhause-in-brandenburg.de/blog/2009/01/25/die-uckermark-im-www/
Die informative Internetseite des Landkreises ist Grausam…schon allein mit Frames zu arbeiten ist in der heutigen Zeit der Hammer…es gibt genug CMS die man einsetzen könnte um halbwegs einen modernen Touch zu bekommen….
Aber das sieht man z.b. auch an der Seite des Amtes Gartz…man hat irgendwann mal einen Vertrag mit jemanden gemacht und bis auf die Anfänge ist da nicht viel passiert…
Wie gesagt falls jemand vom Landkreis mitliest hier ein paar CMS die man einsetzen könnte und die mit den richten Template auch Richtig Barrierefrei wären:
Typo, Typo Light, Joomla
Und das Ganze kostet dann sogar keine Lizenzen…
Gruß
An die Kreistagsabgeordneten:
Jeder der bei dem Satz “Nehmt wenigstens Resch!”, das mittlere Wort als personelle Wertung oder als eine Wahl des besseren Übels interpretiert anstatt es als Flehen nach einem Hauch an Demokratiebewusstsein zu erkennen, den bitte ich sich nicht als Volksvertreter (klingt eh zu nietzschisch) sondern als Wählervertreter bzw. verlängerter Arm der Wähler zu betrachten. Mit dieser Denkweise oktroyiert man den 71% Nichtwählern wenigstens nicht einfach mal was auf.
@Lars Gerulat: Welchen Kandidaten unterstützt die FDP Fraktion im Kreistag denn nun? Oder nominiert sie noch einen eigenen Kandidaten?
Soweit mir bekannt ist nominiert die FDP keinen Bewerber. Von unterstützen hätte vor der Stichwahl die Rede sein müssen. Leider hat da auch unsere Fraktion keine klare Position bezogen und die Bürger mit der Entscheidungsfindung allein gelassen. Jetzt wird es eine geheime Wahl sein. Dazu sollte man sich vorher als Kreistagsabgeordneter auch nicht äußern, um eine zukünftige gute Zusammenarbeit mit dem Landrat nicht zu gefährden.
In der gleichen Situation hatte sich die FDP ja auch klar zu Frank Bretsch bekannt. Warum jetzt die Geheimniskrämerei? Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der jetzigen Situation im Kreistag nicht strategisch geackert wird;-)
Bretsch hat es nicht in die Stichwahl geschafft. Außerdem kann ich nicht sagen ob er sich auch nochmal beworben hat und wenn, dann wäre eine Nominierung unsererseits ein Affront gegen die Wähler (ähnlich wie es die SPD mit Schulze macht).
Die Stichwahl meine ich auch nicht. Die FDP hatte den Antrag gestrickt, die Direktwahl wieder aufzuheben. Die Kreistagssitzung mit dem entsprechenden Beschluß dazu war meine ich kurz nach der Bundestagswahl. Im Zuge dessen, hatten sich die SPD, die FDP und CDU gemeinsam hinter den SPD Kandidaten Frank Bretsch gestellt, um Klements Schmitz zu verhinden. Mich interessiert sehr welche Gespräche da jetzt in den Hinterzimmern ablaufen. Am 19. Mai werden wir mehr wissen.
Frank Bretsch hat öffentlich bekannt gegeben, dass er sich nach der Direktwahl nicht der Wahl durch den Kreistag stellen wird, ebenso wie Karina Dörk.
Leider ist es jetzt eine andere Situation, in der selbst die KTA’s dem Moment überdrüssig sind. Die Hinterzimmergespräche werden (bis auf die von der SPD) relativ emotionslos sein. So manch ein Abgeordneter wird evtl. denken: ‘Nehmt doch am besten gleich die Lose, damit diese Odyssee ein Ende hat.’
[...] Kollegin Ariane von “Zuhause in Brandenburg” vor ca. 10 Tagen berichtete, wurden aus 21 Bewerbern bislang 2 Kandidaten nominiert. Roland [...]
@Lars Gerulat: Die obige Aussage lässt sehr viel Interpretationsspielraum. Hoffentlich ist damit nicht gemeint, dass 71% Nichtwähler bei der Stichwahl ihren Protest gegenüber den beiden Kandidaten, insbesondere Roland Resch, gezeigt haben. So zu denken, wäre zu naiv. Protest bei einer Wahl bekundet man meines Erachtens immer durch die Wahl eines anderen Kandidaten bzw. durch eine absichtliche ungültige Stimmenabgabe. Auf jeden Fall aber durch Teilnahme an der Wahl. Denn durch eine höhere Wahlbeteiligung wäre die Stichwahl für gültig erklärt worden.
@Oliver: Ich finde, dass Dein Kommentar etwas “Off-Topic” ist. Jedoch will ich darauf eingehen.
Heutzutage ist es sehr verbreitet, eine moderne Website mit einem modernen und zeitgemäßen Design bzw. Layout gleichzusetzen. Diese Schlussfolgerung ist jedoch falsch. Es kommt auch auf Inhalte, Usability, Barrierefreiheit, Datenschutz oder Urheberrecht an, um nur einige Faktoren zu nennen. Es gibt Webseiten, die man gut und gerne vom Design her als “Oldtimer” bezeichnen kann, aber dennoch sehr viel besucht und von Suchmaschinen gut bewertet werden.
Auch der Einsatz freier Software ist keine Garantie für eine moderne Website. Hier hängt es im Wesentlichen vom verwendeten Template, aber auch von der Software selbst ab. Ich bin zwar Befürworter freier Software, kann es aber auch nachvollziehen, wenn öffentliche Ämter und Einrichtungen deren Einsatz zögernd gegenüber stehen. Um überhaupt eine Website zu betreiben, stehen in der Regel nur sehr wenige, finanzielle Mittel zur Verfügung. Das Erstellen, die Migration und Wartung kosten nun mal Aufwand und Geld. Ebenso das Hosting oder die redaktionelle Pflege. Man würde mit freier Software zwar Lizenzen sparen, aber der Wartungsaufwand (z.B. regelmäßige Updates wegen bekannt gewordener Sicherheitslücken) ist nicht zu unterschätzen. Bei Software, wie z.B. Joomla oder Typo3 war das in letzter Zeit öfters mal der Fall. Kostenersparnis durch Wegfall von Lizenzen ist meist das falsche Argument für den Einsatz freier Software.
PS: Die Website casekow.net ist keineswegs barrierefrei, da sehr viel Javascript verwendet wird. Auch der Einsatz von Google Analytics könnte Bedenken bzgl. Datenschutz hervorrufen, gibt es hierfür doch schon länger Alternativen wie z.B. Piwik. Ein Test mit dem W3C-Validator bringt außerdem einige Fehler hervor.