Fachkräftesicherung, was für ein Wortersatz für Fachkräftemangel. Ich glaube alle beteiligten wollen uns für dumm verkaufen. Der Fachkräftemangel ist einfach hausgemacht wie alle anderen lokalen Probleme, über die nur Geschwafelt wird.
Wie sah es denn aus in den 90-ern? Junge Leute mußten laut Sozialplänen gehen, die älteren (teureren) mußten bleiben. Eine gesunde Mitarbeiterstruktur gab und gibt es bei den wenigsten Arbeitgebern bis heute. Doch nun sind die Jungen weg, vergrault worden. Ein gute Beispiel sind die Erzieherinnen in den Gemeinden. Mehr als die Hälfte von denen steht vor der Rente, hat bisher ein “Schw…”-geld verdient, oder bekommen. Die Jungen mußten in der Mehrzahl gehen oder sich mit Praktikantenjobs zufrieden geben. Daß diese sich woanders auf Arbeitssuche begeben, sollte niemanden verwundern.
Es ist immer wieder bezeichnend, erst zerschlagen wir Strukturen, die wir dann teuer neu wieder aufbauen müssen.
Das Problem des Fachkräftemangels ist in erster Linie ein Problem, dass die regionale Wirtschaft betrifft und damit nur ein Ausschnitt des Problems demografischer Wandel und seiner Folgen beschreibt. Die Wirtschaft ergreift aber wenigstens mal die Initiative und tut etwas. Der Fachkräftemangel ist leider kein schlagkräftiges Argument, mit dem man junge Menschen in der Region halten kann. Es gehört mittlerweile einfach mehr dazu, die Region attraktiv zu machen. Da wären die Kommunen angesprochen, aber leider ist das Interesse hier in der Regel sehr begrenzt. Oft fällt den Kommunalvertretern dann auch nicht mehr zum Thema ein, als die Fachkräftesicherung.
Im Kurstadtjournal Templin habe ich letzte Woche folgende Argumentation gelesen. `Junge Menschen müssten die Region nun nicht mehr aus Perspektivlosigkeit verlassen. Die alternde Gesellschaft schafft Perspektiven im Altenpflegebereich. Auf Grund des hohen Anteils an Alten und Hochbetagten in unserer Region ergeben sich ganz automatisch neue Beschäftigungsfelder, in denen die Jungen tätig werden können.` Wenn ich so etwas lese, in einem offiziellen Blatt der Stadt Templin, dann bekomme ich Gänsehaut und mir fehlen die Worte.
Hier die Quelle: http://www.templiner-kurstadt-journal.de/ausgabe_2010_68.html
Das von Dir benannte Beispiel ist natürlich sehr bezeichnend und arm. Daß die Wirtschaft nun die Initiative ergreift, ist das Wenigste, was ich von ihr erwarte, da sie das Problem zum Großteil (siehe mein 1. Beitrag) selber verursacht hat. Ich bin der Wirtschaft auch nur begrenzt für die Initiative dankbar, denn die Wirtschaft wird fast ausschließlich von Eigeninteressen gesteuert. Aber es wäre wenigstens ein Anfang, um eine andere Grundstimmung zu erzeugen.
Von den Städten erwarte ich wenig, dazu ist das ideelle Potenzial zu begrenzt.
Natürlich wird die Wirtschaft von Eigeninteressen gesteuert, daher ist es Aufgabe der Politik steuernd tätig zu werden. Wenn die Politik nicht in der Lage ist Probleme zu erkennen oder Interessen adäquat zu vertreten, sollte man ihr auf die Sprünge helfen. Aber leider haben viele Uckermärker ein sehr distanziertes Verhältnis zur Politik.
Heute berichtet die Märkische Oderzeitung in einem Nichts sagenden Artikel über diese “produktive” Zusammentreffen”. http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/239385/ Es iwrd gelabert und gelabert. Aber Taten folgen nicht.
Fachkräftesicherung, was für ein Wortersatz für Fachkräftemangel. Ich glaube alle beteiligten wollen uns für dumm verkaufen. Der Fachkräftemangel ist einfach hausgemacht wie alle anderen lokalen Probleme, über die nur Geschwafelt wird.
Wie sah es denn aus in den 90-ern? Junge Leute mußten laut Sozialplänen gehen, die älteren (teureren) mußten bleiben. Eine gesunde Mitarbeiterstruktur gab und gibt es bei den wenigsten Arbeitgebern bis heute. Doch nun sind die Jungen weg, vergrault worden. Ein gute Beispiel sind die Erzieherinnen in den Gemeinden. Mehr als die Hälfte von denen steht vor der Rente, hat bisher ein “Schw…”-geld verdient, oder bekommen. Die Jungen mußten in der Mehrzahl gehen oder sich mit Praktikantenjobs zufrieden geben. Daß diese sich woanders auf Arbeitssuche begeben, sollte niemanden verwundern.
Es ist immer wieder bezeichnend, erst zerschlagen wir Strukturen, die wir dann teuer neu wieder aufbauen müssen.
Das Problem des Fachkräftemangels ist in erster Linie ein Problem, dass die regionale Wirtschaft betrifft und damit nur ein Ausschnitt des Problems demografischer Wandel und seiner Folgen beschreibt. Die Wirtschaft ergreift aber wenigstens mal die Initiative und tut etwas. Der Fachkräftemangel ist leider kein schlagkräftiges Argument, mit dem man junge Menschen in der Region halten kann. Es gehört mittlerweile einfach mehr dazu, die Region attraktiv zu machen. Da wären die Kommunen angesprochen, aber leider ist das Interesse hier in der Regel sehr begrenzt. Oft fällt den Kommunalvertretern dann auch nicht mehr zum Thema ein, als die Fachkräftesicherung.
Im Kurstadtjournal Templin habe ich letzte Woche folgende Argumentation gelesen. `Junge Menschen müssten die Region nun nicht mehr aus Perspektivlosigkeit verlassen. Die alternde Gesellschaft schafft Perspektiven im Altenpflegebereich. Auf Grund des hohen Anteils an Alten und Hochbetagten in unserer Region ergeben sich ganz automatisch neue Beschäftigungsfelder, in denen die Jungen tätig werden können.` Wenn ich so etwas lese, in einem offiziellen Blatt der Stadt Templin, dann bekomme ich Gänsehaut und mir fehlen die Worte.
Hier die Quelle: http://www.templiner-kurstadt-journal.de/ausgabe_2010_68.html
Das von Dir benannte Beispiel ist natürlich sehr bezeichnend und arm. Daß die Wirtschaft nun die Initiative ergreift, ist das Wenigste, was ich von ihr erwarte, da sie das Problem zum Großteil (siehe mein 1. Beitrag) selber verursacht hat. Ich bin der Wirtschaft auch nur begrenzt für die Initiative dankbar, denn die Wirtschaft wird fast ausschließlich von Eigeninteressen gesteuert. Aber es wäre wenigstens ein Anfang, um eine andere Grundstimmung zu erzeugen.
Von den Städten erwarte ich wenig, dazu ist das ideelle Potenzial zu begrenzt.
Natürlich wird die Wirtschaft von Eigeninteressen gesteuert, daher ist es Aufgabe der Politik steuernd tätig zu werden. Wenn die Politik nicht in der Lage ist Probleme zu erkennen oder Interessen adäquat zu vertreten, sollte man ihr auf die Sprünge helfen. Aber leider haben viele Uckermärker ein sehr distanziertes Verhältnis zur Politik.
Heute berichtet die Märkische Oderzeitung in einem Nichts sagenden Artikel über diese “produktive” Zusammentreffen”. http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/239385/ Es iwrd gelabert und gelabert. Aber Taten folgen nicht.