Zum Schlagwort: Gesundheitswesen.

Die Landesregierung plant die Einrichtung von Studiengängen für Pflege- und Gesundheitsberufe. Mit einem entsprechenden Bericht des Wissenschaftsministeriums an den Landtag hat sich das Kabinett in Potsdam beschäftigt. Wissenschaftsstaatssekretär Martin Gorholt betonte anschließend die zentrale Bedeutung der Gesundheitsberufe: „Die Ausbildung junger Leute in Pflegepädagogik, Gesundheitsmanagement und Therapiewissenschaften ist ein wichtiger Eckpfeiler einer vorausschauenden Daseinsvorsorge. Dafür brauchen wir ein attraktives Studienangebot.“

Die Studiengänge sollen den Bedarf an Lehrkräften für die Fachschulen des Gesundheitswesens und die Altenpflegeschulen abdecken. Zudem ist vorgesehen, Leitungspersonal für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen auszubilden. Auch die höher werdenden Ansprüche gerade in der Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie machen eine akademische Ausbildung notwendig. „Medizinischer Fortschritt ist nur mit zunehmender Professionalisierung zu erreichen“, unterstrich Gorholt.

Die Lehrangebote sollen an einer Fachhochschule eingerichtet werden. Damit erhält die gesundheitswissenschaftliche Forschung und Lehre in Brandenburg ein weiteres wichtiges Standbein. Bisher existieren in diesem Bereich bereits die Institute der Rehabilitations- und Sportmedizin sowie Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam. Zudem verfügt Brandenburg über international anerkannte Forschungseinrichtungen wie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Rehbrücke, das Institut für biomedizinische Technik in Golm und das Zentrum für Biomaterialentwicklung in Teltow.

Quelle: www.brandenburg.de 27.07.11

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Robert Kalow ist 29 Jahre alt, hat sein Medizinstudium vor knapp zwei Jahren beendet und arbeitet seitdem im Krankenhaus Angermünde. Für seine Begriffe ist es eine gute Sache. Man kann schnell Vieles machen. wie z.B. Ultraschall oder Magenspiegelung. Robert Kalow stammt aus der Uckermark und hat in Lübeck studiert. Zurückgekommen ist er, weil es hier ein Stipendium für ihn gab. Ohne dieses Angebot wäre er jedoch gleich in Lübeck geblieben.
Die Krankenhausgesellschaft GLG hatte 2006 als eine der ersten in Brandenburg damit begonnen, Medizinstudenten monatlich bis zu 500 Euro zu zahlen, wenn sie sich verpflichten, nach der Ausbildung für mindestens drei Jahre in Brandenburg zu arbeiten. Bislang wurde das Stipendium 
30 Mal vergeben.
Robert Kalow ist einer der ersten, der nun seine Bringschuld erfüllt. Er will jeoch für maximal fünf Jahre bleiben. Danach will er zurück nach Lübeck.  Fast alle Menschen seines Alters würden in die großen Städte streben. Daran änderten auch ein gutes Arbeitsklima und Weiterbildungsmöglichkeiten an kleineren Standorten nichts. Angermünde biete ihm kulturell zu wenig. Und Ärzte werden auch in Lübeck gesucht.
Andy Dobberstein gehört zur jüngsten Generation der 
GLG-Stipendiaten. Der 22-Jährige ist Uckermärker und will es auch bleiben auch unabhängig vom Stipendium. Er liebt die Jagd und die Natur. Auf dem Land würde man als Arzt mehr Anerkennung erhalten als in der Stadt. Seine Erfahrung aus Gesprächen mit Kommilitonen sei allerdings, dass allenfalls jene zurück aufs Land streben, die auch von dort kommen. „USA oder Skandinavien? Medizinjournalismus oder Pharmaindustrie?“, seien häufige Fragen unter Studenten. Landarzt wollen die wenigsten werden. Um die Lage zu entspannen, plädiert Dobberstein dafür mehr auszubilden, denn es gibt in Deutschland viel zu wenig Mediziner.

 

Quelle: moz.de 13.04.2011

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Im Kampf gegen den Ärztemangel vor allem in den ländlichen Regionen Brandenburgs wurde dieser Tage ein neues Internetangebot online geschaltet. Die Kassenärztliche Vereinigung und das Land wollen damit gezielt über die Möglichkeiten für Nachwuchsmediziner informieren. So erhalten Ärzte die sich in einer unterversorgten Region niederlassen bis zu 50 000 Euro Unterstzütung. Das Portal informiert über weitere Fördermöglichkeiten und darüber wo Nachwuchsmediziner freie Arztpraxen übernehmen können.

Für alle Mediziner – Hier gibt es weitergehende Informationen:

www.arzt-in-brandenburg.de

 

Quelle: moz.de 04.04.11

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Das Asklepios Klinikum verzeichnet wieder steigende Geburtenzahlen polnischer Babys. Immer mehr Polinnen wählen gezielt die Geburtenstation in Schwedt aus – und zahlen die Kosten dafür selbst. Die erste Welle polnischer Geburten war 2007 jäh abgeebbt, als sich die Staatsanwaltschaft für die angeblichen Not-Geburten interessierte.

Im Januar gab es eine Geburt, im März waren es schon drei, im Juni schon ganze fünf. Das Asklepios Klinikum Uckermark erlebt einen neuen Anstieg polnischer Geburten. Mehr als ein Dutzend Polinnen haben in diesem Jahr schon ihr Kind in Schwedt zur Welt gebracht. Tendenz steigend. Und die Gäste aus dem Nachbarland zahlen. Je nach Umfang der Versorgung einige Tausend Euro.

Dominika Korn ist überglücklich. Sie hält ihren wenige Tage alten Sohn Nikodem im Arm und schwärmt vom Krankenhaus: “Die hygienischen und technischen Möglichkeiten sind so gut hier. Viele meiner Kolleginnen haben in Schwedt entbunden und die Bedingungen gelobt. Wir waren eine Woche vorher in Stettin, das war eine Abschreckung”.

250 Kilometer weit aus ihrer Heimatstadt Posen (Poznan) sind sie gefahren. 1900 Euro haben sie und ihr Mann Michal für die Entbindung bezahlt. Aber das ist dem jungen Paar egal. Die 29-jährige Bankangestellte ist froh, dass ihr Kind gesund ist und die Geburt ohne Komplikationen verlief. Sie erzählt, dass die Geburt in Polen offiziell zwar kostenlos sei, aber das Personal, vom Arzt bis zur Hebamme, bezahlt werden müsse. “Das kostet dann auch umgerechnet mehr als 1000 Euro”, erklärt Dominika Korn.

Das Schwedter Krankenhaus war schon einmal mit Geburten von polnischen Babys in die Schlagzeilen geraten. Unfreiwillig, der Grund waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. 377 Polinnen hatten von 2004 bis 2007 ihre Kinder in Schwedt zur Welt gebracht. Deklariert als Not-Geburten sollten sie über die Krankenkassen abgerechnet werden. Bis dort die Größenordnung auffiel, die Krankenkassen Strafanzeige stellten und der Fall seither von der polnischen und deutschen Staatsanwaltschaft untersucht wird.

Klinik-Geschäftsführer Michael Jürgensen spricht daher nur ungern über dieses Kapitel, das vor seiner Zeit als Geschäftsführer liegt. Für eine gewisse Zeit schien das Thema polnische Babys Tabu zu sein.

Doch beim generellen Geburtenrückgang, den auch das Asklepios-Haus spürt, kommt der Anstieg der Selbstzahler aus dem Nachbarland nicht ungelegen. Im Gegenteil. Die Geburtenstation tut alles, dass der gute Ruf, den sie in Polen genießt, per Mund-zu-Mund-Propaganda am Leben gehalten wird. “Die Ärzte und Schwestern haben sich vorbildlich auf die polnischen Patientinnen eingestellt, sie begrüßen sie auf Polnisch, kennen einige wichtige Wörter und nehmen sich Zeit, zu erklären oder eine der drei polnischen Ärzte zu holen,” lobt Beata Loj, Fachärztin für Gynokologie und Geburtshilfe. Die junge Polin lebt und arbeitet seit acht Jahren in Schwedt und hat großes Verständnis für den Wunsch ihrer Landsleute: “Wenn sich die werdenden Mütter bei mir vorstellen, äußern sie großes Interesse an der bestmöglichen Versorgung und Sicherheit für ihre Kinder. Immer wieder werde ich gefragt, was passiert, wenn etwas bei der Geburt dazwischenkommt, Ob dann auch alle medizinischen Möglichkeiten vorhanden sind. Schwedt kann als Pränatal-Zentrum natürlich Leistungen anbieten, die kaum ein Krankenhaus in Polen besitzt”, erzählt Beata Loj.

Aus der Erfahrung der polnischen Mütter bieten zudem viele Krankenhäuser in Polen keine Anästesie (PDA) an. Den Kaiserschnitt auf Wunsch gibt es im katholischen Polen nicht. Schwangere müssen sogar Essen, Wasser, Vorlagen und selbst Toilettenpapier ins Krankenhaus mitbringen. In Schwedt dagegen gibt es Strampler und Namensbändchen geschenkt, eine extra Sprechstunde in Polnisch, Hilfe bei der Erledigung der Melde-Formalitäten.

Familie Korn war knapp eine Woche in Schwedt, bevor sie, nun zu dritt, die Heimreise antrat, um auch anderen von Schwedt zu erzählen.

Artikel aus moz-online.de

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Die Uckermark ist als Modellregion für eine regionale Gesundheitsversorgung in den neuen Bundesländern ausgewählt worden. Projektträger ist das Bundesministerium für Infrastruktur in Kooperation mit dem Brandenburger Gesundheitsministerium. Ziel ist es, in Regionen mit alternder und abnehmender Bevölkerung neue Kriterien für eine Bedarfsplanung zur medizinischen Versorgung zu erarbeiten, die die spezifischen Probleme einer Region wie Altersdurchschnitt und Krankheitsgrad, Entfernungen und Ärztedichte berücksichtigen. Die Uckermark hat bereits akuten Ärztemangel.

Wie viele Ärzte braucht eine Region? Die Richtlinien, wo wie viele Haus- und Fachärzte arbeiten dürfen und ab wann eine Zulassungssperre verhängt werden darf, stammt aus dem Jahr 1993 und wird ausschließlich an der Bevölkerungszahl bemessen. So drängeln sich in dicht besiedelten Ballungsgebieten Haus- und Fachärzte, während in der Uckermark Patienten bis zu 30 Kilometer zur nächsten Praxis fahren müssen oder durch die Altersstruktur Haus- und Fachärzte wie Orthopäden oder Augenärzte völlig überlasetet seien.

Die Uckermark stehe exemplarisch für ein Problem, was in absehbarer Zeit auch Regionen im Westen Deutschlands ereilen wird.

Schon jetzt gilt die Uckermark im Bundesvergleich als medizinisch unterversorgt, insbesondere der Altkreis Angermünde und Schwedt. Als unterversorgt gilt eine Region mit einem Versorgungsgrad von 75 Prozent. Im Altkreis Angermünde sind es sogar nur 55 Prozent, dass heißt, fast 50 Prozent der zugelassenen Arztstellen fehlen. Dazu kommt ein überdurchschnittlich hoher Anteil der über 60-jährigen Ärzte, die in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Das Problem spitzt sich weiter zu. Die ärztliche Versorgung ist oft nur gesichert, weil Ärzte viel mehr arbeiten, als sie bezahlt bekommen. Vor allem die Hausärzte sind völlig überlastet.

Dafür werden in der Modellregion Uckermark erst einmal akribisch und mühsam unzählige Daten gesammelt, von Ärzte- zahlen über Frequentierungen, Patientenwege, Rettungsfristen, Krankheitsschwerpunkte usw. Die Ist-Analyse soll Grundlage für eine neue Bedarfsplanung werden, die sich nicht nur an der Bevölkerungszahl orientiert. In 20 Jahren wird der Anteil der über 60-Jährigen in der Uckermark um 35 Prozent steigen. Was dann an medizinischer Versorgung notwendig sein wird, soll ebenfalls in der Untersuchung berücksichtigt werden, die 2010 beendet werden soll.

Dass ausgerechnet die Uckermark als Modellregion ausgewählt wurde, lag daran, dass der Landkreis bereits unter akutem Ärztemangel leidet und Politik und Verwaltung schon seit Langem Alarm schlagen. Das Modellprojekt ist im Ergebnis eines Forums zum Ärztemangel in Angermünde entstanden. Der Landkreis hatte seine Bereitschaft für eine Mitwirkung erklärt.

Wunder sind jedoch nicht zu erwarten, denn das Projekt selbst bringt keine neuen Ärzte in die Region. Es entwirft neue theoretische Planungsansätze für Politik, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung. Das braucht einen langen Atem.

Quelle:  MOZ vom 23.06.2009

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Bundesministerin Schavan hat am 27.5. die Gewinner des Wettbewerbs “Gesundheitsregionen der Zukunft” bekanntgegeben.

In diesem Wettbewerb werden Konzepte ausgezeichnet, die die einzelnen Bereiche des Gesundheitswesens (Forschung, Entwicklung und Verwertung des medizinischen Wissens) nach Möglichkeit optimal miteinander verknüpfen. Die verstärkte Vernetzung im Gesundheitswesen soll einerseits die Versorgung der Patienten verbessern, aber auch die Kosten verringern.

Die zwei Gewinnerregionen heißen REGiNA und FONTANE.

Das Konzept REGiNA (Region Neckar-Alb und Stuttgart) setzt sich zum Ziel, neue regenerationsmedizinische Behandlungsmethoden zu beleuchten und in die Praxis einzuführen.

Das Konzept FONTANE sieht vor, Hausärzte in Nordbrandenburg durch den Einsatz von Telemedizin zu unterstützen. Dieses Konzept soll die Gesundheitsversorgung vor allem in strukturschwachen Regionen verbessern.

Unterstützt werden die Umsetzung dieser Konzepte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in den nächsten vier Jahren mit insgesamt ca. 15 Mio. Euro.

Quelle: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/2172.php

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