
Falko Zurell und Susanna Petrat von ZiBeV und Cornelia Behm und Tabea Rößner Bündnis 90/Grüne MdB (v.l.n.r.)
Die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scheinen entschlossen, sich den Herausforderungen der demografischen Entwicklung von Rügen bis Bayern zu stellen und streben in nächster Zeit unter dem Motto „Jedes Alter zählt“ einen engen Dialogprozess mit Vertretern der Länder und Kommunen, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern an. Und Vertreter der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen haben sich dieser Tage auf eine so genannte „Demografie-Tour“ unter dem Motto „Wandel gestalten – Gesundheitsversorgung sichern“ gemacht. Am Montag hießen die Ziele der demografiepolitischen Sprecherin Tabea Rößner, der Sprecherin für Ländliche Entwicklung Cornelia Behm und des Grünen-Obmannes im Gesundheitsausschuss, Harald Terpe, Templin (Uckermark), Mirow, Burg Stargard und Neubrandenburg (alles Mecklenburg-Vorpommern).
„Der demografische Wandel ist da. Wir werden älter, weniger, bunter. Weggucken hilft nicht – es gilt den Wandel zu gestalten“, finden die Bündnis-Grünen. Die Partei habe früh angefangen, entsprechende Strategien zu entwickeln, sagte Tabea Rößner. „Auf unserer Demografie-Tour durch die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg wollen wir nicht nur unsere Lösungsvorschläge – zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Familien und Pflege – vorstellen und öffentlich diskutieren, sondern vor Ort auch möglichst viele gute Ideen, innovative Lösungswege, aber auch Sorgen kennenlernen“, fügte sie hinzu.
In Templin und im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern stand für die Bundestagsabgeordneten auf deren Montags-Touretappe das Thema „Sicherung der Gesundheitsversorgung“ im Mittelpunkt. Tabea Rößner verwies darauf, dass der Anteil von Menschen mit chronischen oder mehreren Erkrankungen – vor allen wegen der immer älter werdenden Bevölkerung – steige. „Das heißt, die einzelne Erkrankung verliert an Bedeutung, und der ‚ganze‘ Patient mit seinen Bedürfnissen tritt in den Mittelpunkt. Und damit ändern sich auch die Anforderungen an das Gesundheitssystem. Vor allem im ländlichen Raum, wo es heute schon nicht genügend Ärzte und Pflegepersonal gibt, müssen neue Strukturen und Anreize her“, so die Bundestagsabgeordnete.
Deshalb gehörte wohl auch die von der Bundesregierung als „Demografie-Botschafterin“ ausgewählte Zahnärztin Dr. Kerstin Finger aus Templin zu den gefragten Gesprächspartnern. Weitere Teilnehmer der Runde mit Tabea Rößner und Cornelia Behm waren die Initiatorin des Wohnprojekts „Felix Tempus“, Elke Grabowski, Mandy Schenk-Roselt von der Lokalen Aktionsgruppe Uckermark sowie Falko Zurell und Susanna Petrat vom Verein „Zuhause in Brandenburg“. Die beiden letztgenannten hatten die beiden Bundestagsabgeordneten zuvor am Vormittag in den neuen Räumlichkeiten des Vereins in der Templiner Altstadtpassage empfangen und sie über die Aktivitäten – vor allem das Bemühen, ehemalige Templiner und Uckermärker, die der Arbeit wegen die Region verlassen haben, wieder in die Heimat zu holen – informiert.
Text und Foto: Uwe Werner








