Ein klares Jein zu Windrädern
1. Mrz, 2012 von ZiBeV
Windräder sind ein wichtiger Teil der Energiestrategie 2030 der Landesregierung Brandenburg. Von allen Parteien im Landtag wird Windenergie als Alternative zur Braunkohle-Verstromung gesehen. Windräder sind markante Bauten in der Landschaft, oft mehrere hundert Meter hoch. Riesige Rotoren werfen Schlagschatten in die Landschaft und surren fast ununterbrochen. Damit werden Windräder durch die Anwohner nicht selten als überaus störend und landschaftsverschandelnd gesehen.
In Brandenburg stehen derzeit mehr als 3000 Windkraftanlagen und liefern Strom ans Netz. Mit einer installierten Leistung von 4000 Megawatt Strom nimmt das Land damit Platz zwei nach Niedersachsen ein. Windräder in Brandenburg stehen vor allem in dünn besiedelten Regionen wie der Uckermark. Doch die Anlagen weiten sich aus und damit auch der Unmut der Anwohner über die Windkraftanlagen. Mittlerweile 20 Bürgerinitiativen haben sich an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt. Hier werden unterschiedliche Fragen aufgeworfen. Werden überhaupt soviel Anlagen wie geplant benötigt oder wäre es nicht besser in die Speicherung von Energie zu investieren, als in immer neue Anlagen? Kritisiert wird ebenfalls, dass mit der Ausweitung der Windkraftanlagen, die nun auch in Waldgebieten aufgestellt werden können, die Landschaft unwiederbringlich zerstört wird. Darüber hinaus wird ein Mindestabstand zu Wohnanlagen von 3000 m gefordert, bisher ist lediglich ein Abstand von 1000 m einzuhalten.
Die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen setzen innerhalb ihrer Strategie bis 2020 die Region Brandenburg/Berlin vollständig über erneuerbare Energien zu versorgen, auf Windenergie. Die ausgewiesenen Schutzgebiete sollen davon jedoch ausgenommen sein, allerdings sollen auch hier Ausnahmen möglich sein.
Der Wirtschaftsminister Brandenburgs Ralf Christophers bringt die Planungen auf eine einfache Formel: `Je schneller es gelingt durch regenerative Energien den Energiebedarf zu sichern, desto schneller kann auf fossile Brennstoffe verzichtet werden.` Um die Akzepttanz der Windkraftanlagen bei den Bürgern zu steigern, sollten diese frühzeitig in die Planung eingebunden werden. Mehr Beteiligung der Anwohner an den Gewinn solcher Anlagen scheint darüber hinaus mehr als sinnvoll. So konnten sich Privatanleger an zwei Anlagen in der Frehne in der Prignitz beteiligen, dafür winken bis zu sechs Prozent Gewinn im Jahr. Wie der zuständige Energiedienstleister bestätigt, war die Resonanz auf dieses Angebot in der Bevölkerung enorm.
Quelle: Uckermarkkurier 27.02.2012








